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Der Glaube versetzt Berge: wie meine 4-jährige Tochter die Goldmedaille gewann!

Rob Szymoniak

Meine Familie und ich im Sommer-Urlaub: Mallorca, eine Hotel-Anlage perfekt für Mamas und Papas mit ihren Kindern - All-Inclusive inklusive Miniclub und jeden Abend Kids-Disco mit Riesen-Brimborium auf der Show-Bühne mit Siegerehrung für die Kleinen. Wer am Nachmittag zuvor besonders gut gebastelt und Glücksspiele für sich gewann, bekam vor versammeltem Eltern-Publikum eine persönliche Show der Animateure geliefert mit Ehrenurkunde und einer goldenen Medaille. Für ein Kind mit gerade mal vier Jahren wohl das Größte der Welt.

Meine Tochter wusste das alles vorher nicht, sie sah an unserem ersten Abend nur diese Show auf der Bühne und meinte zu mir mit großen Kulleraugen: „Papa, ich will auch so was!“ Ich so: „Was denn?“ „Dieses Goldene mit dem Zettel und auf der Bühne soll der Clown meinen Namen sagen - und Du machst dann ein Foto, ok?“ „Na klar! Und wie schaffst Du das?“ „Ich schaffe das!“.

Wie sie das schaffen wollte, war mir nicht klar, denn sie wollte einfach nicht in den Miniclub auf der Anlage, um dort diese Spiele und Basteleien mitzumachen, aber sie sagte seitdem tagelang: „Ich will auf die Bühne und das Gold.“, „Die Medaille…“, „Ja!“, „Und wann gehst Du dann in den Mini-Club, um da zu mitzuspielen? Denn nur so kannst Du es schaffen.“ Grimmiger Blick: „Manno, aber ich will.“

So ein junges Kind kann sehr bockig sein, aber auch sehr ambitioniert und hartnäckig. Ganz ehrlich: ich wollte natürlich meine Ferien-Tage in der Sonne am Pool und am Meer genießen und nicht stundenlang in so einem Miniclub mit schreienden Kindern verbringen. Aber was tut man nicht alles, um ein guter Papa zu sein? Der erste Tag: nicht geschafft, sie wollte dann lieber ein Eis. Zweiter Tag: die Betreuer und Animateure im Club waren zu gruselig im Gesicht geschminkt (es war „Dracula“-Motto-Tag) und die Angst-Tränen kullerten über die Wangen - die Chance war also auch futsch, dass sich meine Tochter diese Gold-Medaille umhängen und Eltern-Applaus auf der Bühne einheimsen kann… Trotzdem: „Papa, wann bekomm’ ich das Goldenen?“, „Die Medaille auf der Bühne?“, „Ja!“, „Wenn Du ganz fest daran glaubst, dann schaffst Du es - bestimmt.“ Sie guckt mich nur an: irgendwie unwissend, aber auch fest entschlossen es zu schaffen.

Da fiel mir das Sprichwort „Der Glaube versetzt Berge“ ein. Und das gilt wohl für alle Menschen, egal ob jung oder alt. Eine neue Studie zeigt ja: es funktioniert tatsächlich. Demnach steigert Aberglaube unsere Leistungsfähigkeit - sogar messbar, die US-Psychologen Charles Lee und Paul Rozin beweisen es.

Und so kam es tatsächlich, dass sie eines morgens zum Miniclub ging, sich umsah, mit Schere und Papier irgendwelche Fantasie-Kreaturen bastelte, Wettspiele meisterte und am Abend auf der Bühne vom Animation-Clown ihren Namen hörte und es kaum glauben konnte: „Darf ich jetzt auf die Bühne??“. Geschafft! Stolz. Wir Eltern auch!

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