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Gewaltfreie Kommunikation - oder: die "Giraffensprache"

Jobwelt-Coaching #blog

Kommunikation ist ein Thema, das wirklich alle Menschen betrifft. Sowohl im Alltag, als auch im Beruf, stehen wir ständig in Kontakt mit anderen. Durch Reden können Konflikte entstehen, Beziehungen zerbrechen, oder Verbindungen getrennt werden. Wenn Sprache etwas Negatives auslöst, oder gar etwas zerstört, würde Marshall Rosenberg, Begründer der gewaltfreien Kommunikation, dies als aggressive bzw. als "Wolfssprache" bezeichnen.

Wie wir wissen, kann Sprache aber auch Leute zusammenführen, Beziehungen retten, einen beruflich weiterbringen, Frieden schaffen. Worte können bewegen. Wenn Worte Positives bewirken und auch eine solche Absicht haben, nennt man dies in der gewaltfreien Kommunikation die "Giraffensprache".

Bewusstes, positives Kommunizieren bringt uns also längerfristig mehr, als einfach draufloszureden und darauf zu hoffen, dass am Ende alles gut wird. Egal, ob privat oder beruflich. Besonders im Berufsleben sind rhetorische Skills wichtiger denn je. Vor allem in Konfliktsituationen ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und bewusst und positiv zu handeln und zu sprechen. Sei es nun bei Gesprächen mit dem/der Chef/in, Diskussionen mit KollegInnen oder bei einem Bewerbungsgespräch: Die richtige Kommunikationstechnik kann man immer anwenden. Kommen wir zuerst zu den No-Go's in der Kommunikation, oder "Wie ein Wolf es machen würde". Nebenbei bemerkt ist dies auch die Art und Weise, wie die Meisten von uns kommunizieren.

Der Wolf würde laut Rosenberg:

- Analysieren. Seine Vorwürfe wären: "Wenn Du die Tatsache mit einbezogen hättest, dass..."

- Interpretieren: "Du tust das wegen..."

- Kritisieren: "Wie Du das machst, ist das falsch..."

- Wertungen: „Das war schlecht/böse...“

- Strafandrohungen (Jeder weiß, wie man droht)

Doch zum Glück geht es auch anders und man kann im Zwischenmenschlichen auch mit dem „großen Herzen einer Giraffe“ kommunizieren. Was so viel heißt wie: Die eigene Ausrichtung und Aufmerksamkeit soll wohlwollend und emphatisch sein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das positive Menschenbild.

Positive Motivation

Jedes Verhalten ist durch Bedürfnisse motiviert. Das bedeutet, jede Person macht in jedem Augenblick im Hinblick auf seine Bedürfnislage das Beste, was ihr gerade möglich ist.

Gleichwertigkeit der Bedürfnisse

Dies beinhaltet die Erkenntnis, dass alles menschliche Leben wertvoll und gleichwertig ist. Rosenberg geht davon aus, dass wenn die Bedürfnisse beider Seiten transparent und emphatisch kommuniziert werden, Verständnis und Mitgefühl entstehen und es somit leichter zu Lösungen kommt.

Selbstverantwortung

Ein wichtiger Satz: Wir können nur für das Verantwortung übernehmen, worauf wir Einfluss haben.

Das wäre z.B.:

- für unser Denken, Handeln, Fühlen.

- den Umgang mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen.

- für unser Sprechen und

- (diesen Punkt hören wir wohl am allerwenigsten gerne): für unsere Reaktion auf die Reaktion anderer.

Selbstkompetenz

Jeder ist, laut Rosenberg, der Experte/die Expertin für sich selbst und weiß am besten, was er/sie gerade braucht.

Natürliche Gewohnheitsorientierung

Menschen wollen nicht nur auf ihr eigenes Wohlbefinden schauen, sondern auch das Leben anderer bereichern.

Mit ein bisschen Übung kommt man mit der Zeit automatisch in eine positive Grundhaltung. Dies versichert, dass man nicht gleich aus der Aggression heraus kommunizieren würde, sondern schon einmal einen wohlwollenden Grundton anschlägt. Und der Ton macht ja bekanntlich die Musik.

»Das Ziel der Gewaltfreien Kommunikation ist nicht, Menschen und deren Verhalten zu ändern, um unseren Willen durchzusetzen: Es geht darum, Beziehungen aufzubauen, die auf Ehrlichkeit und Empathie beruhen, sodass schließlich die Bedürfnisse aller erfüllt sind.« - Marshall B. Rosenberg

Im Inneren bereits auf Positiv umgestellt, kommen wir nun zum Herzen der gewaltfreien Kommunikation, dem „Wie“. Die grundlegende Frage in der Gewaltfreien Kommunikation lautet: "Wer hat welche Bedürfnisse und wie sind sie im Einklang miteinander zu erfüllen?" Marshall B. Rosenberg geht von vier Komponenten der Verständigung aus, die sich auf diese Frage beziehen. Auf folgende Punkte soll die Aufmerksamkeit gerichtet werden:

1. Beobachtung "Ich sehe, Du bist gerade mit Deinem Handy beschäftigt" statt Bewertungen "Ich finde es total blöd von Dir, dass Du am Handy spielst" oder Verallgemeinerungen "Immer spielst Du am Handy, wenn ich mit Dir rede."

2. Gefühle erkennen "Ich fühle mich nicht beachtet" satt interpretieren "Es scheint Dich nicht zu interessieren, was ich zu sagen habe."

3. Bedürfnisse benennen "Ich brauche jetzt Deine Aufmerksamkeit, weil es um ein für mich sehr wichtiges Thema geht" statt Angriffe "Hör mir doch endlich zu."

4. Bitten äußern "Könntest Du bitte das Handy beiseitelegen, bis ich Dir meine Geschichte fertig erzählt habe?" statt Strafandrohung "Wenn Du das Handy nicht weglegst, dann..."

Dies war ein banales Alltagsbeispiel, kann aber unter Beachtung der vier Komponenten auch sehr gut im beruflichen Setting angewandt werden. Wichtig ist nur, dass man auch sein Inneres auf "gewaltfrei polt". Das bedeutet: Mit klarer Absicht handelt, präsent in der Situation ist (offen wahrnehmen, was gerade passiert), aufrichtig und selbstverantwortlich ist und sich seinem Gesprächspartner gegenüber emphatisch verhält und sich ihm wohlwollend und interessiert zuwendet.

Natürlich ist das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation nichts, das man über Nacht verinnerlicht hat. Jedoch mit ein wenig Übung und Bewusstheit, kann man einiges an sich selbst und somit auch an seiner Umwelt verändern.

In diesem Sinne: Frohes Kommunizieren!

Quelle: "30 Minuten Gewaltfreie Kommunikation," N. V. de Haen & T. Hardieß

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